Mo – So, 09.–15. Apr 2012 (Puerto Williams)
Zu Beginn der Woche noch immer kein Holz, langsam wird der Vorrat knapp. Wie lange die letzten Scheite wohl noch reichen? Montagabend dann der Abschied von „Berserk“ und dem Maori-Chief aus Neueeland. Bis zuletzt steht noch nicht fest, ob sie nach Rio de Janeiro segeln oder nur nach Ushuaia und das Schiff später über den Winter in Pto. Williams lassen. Wir werden ja sehen, ob sie noch mal zurück kommen, wir werden jedenfalls noch da sein.
Am Dienstag erhalten wir endlich die Benachrichtigung aus Deutschland – die Lieferung mit den Ersatzteilen ist bereits seit ein paar Tagen unterwegs, die Rechnung der Email beigefügt. Aber die Heckklampe und die Bilgepumpe fehlen auf der Rechnung. Ob die trotzdem dabei sind? Wenn es klappt, kommt alles am Freitag mit der Fähre an. Denis bringt uns ersatzweise ein paar Holzscheite vorbei, damit wir nicht frieren müssen, wenn die Lieferung noch länger dauert.
Am Nachmittag die gute Nachricht: die Ersatzteile sind bereits in Punta Arenas! Doch das Hochgefühl weicht zweifelndem bangen – jemand hat in Santiago geschludert und die falschen Formulare verwendet. Jetzt müssen die Frachtpapiere in Santiago geändert werden, damit die Auslieferung erfolgen kann. Ob das bis morgen Mittag noch klappt? Sonst ist die Fähre weg und alles dauert eine Woche länger. Derweil geben wir bei Denis eine Bestellung für ein paar zusätzliche Fallschirmraketen und Seenotmittel auf, vorsichtshalber auch zwei Edelstahlbolzen, damit wir ggf. ersatzweise die alte Heckklampe montieren zu können. Denis ist dafür 2 Std. am Telefon, um den richtigen Laden zu finden, der das vorrätig hat, und dann noch mal 3 Stunden bei den Carabinieros, um den Papierkram für die Entgegennahme von Sprengkörpern und Ähnlichem zu erledigen. Ansonsten kann keine Lieferung erfolgen.
Auch am nächsten Tag bekommen wir noch kein Holz für den Ofen, dafür ergibt sich ein Gespräch mit dem Chef der Navy Base, mit Miguel und Narciso wegen der Nutzung des Navy Krans, um Bomika auf die Pier oder an Land zu stellen. Da es für die Navy auf Grund rechtlicher Hürden und Regularien nicht ganz einfach ist uns Zivilisten zu helfen, bittet er um eine schriftlich dargelegte Planung für das Vorhaben, die Reparaturen und mit einer Begründung, warum wir auf die Hilfe der Navy angewiesen sind. Ansonsten wird es Zeit, Bomikas Deck mal wieder zu waschen und die Tanks mit Wasser zu füllen. Mit unseren Ersatzteilen hat es nicht geklappt, der Zoll braucht die ganzen Frachtpapiere neu aus München, das dauert seine Zeit. Ob es wohl innerhalb einer Woche klappt? Rostbeseitigung und -reinigung der Schraubzwingen steht auch noch auf dem Programm und wird sich wegen der Schwere der Verrostung durch Wiederholen der Prozedur mehrere Tage hinziehen.
Auch das Folgende ist Alltag: in der Nacht wird das Deck von Micalvi durch Hochwasser überschwemmt – und somit auch unsere „trockene“ Abstellkammer. Die Polster, die nach langer Zeit endlich trocken und dort eingelagert waren, sind natürlich wieder nass mit Salzwasser, daneben auch verschiedenes andere, dass wir sicher in „trockenen Tüchern“ währten. So ist eben das Leben, die Chilenen nehmen so was gelassen. Schließlich kommt es in Chile recht häufig vor, dass viele Menschen ihr Haus und Habe durch Erdbeben oder Tsunamis verlieren.
Dafür ist es ausnahmsweise mal ein warmer Tag, die Sonne scheint etwas öfters, die Temperatur klettert auf 12, 13 Grad. Gut, um die Polster noch mal zu spülen und zu trocknen. Edwin, mit dem wir die Polyesterarbeiten besprechen wollen, kommt nicht zur Verabredung um 1100h und lässt sich auch in den folgenden 2 Stunden nicht blicken. Dafür helfe ich Micki beim Umlegen seiner Yacht vom Päckchen 1 außen nach Päckchen 2 Platz 4, kombiniert mit „Simon de Danser“ von Pack 2 weiter nach innen und „Quetru Austral“ von Pack 2 Mitte nach außen, Platz 5. Das Schiffe verschieben ist fast wie mit dem farbigen Würfel spielen, nur etwas unhandlicher und wesentlich mühsamer.
Freitagmorgens holt mich Denis mit seinem Pickup ab, die leeren Kanister werden bei „Bomika“ eingesammelt und ab geht’s zur tanke, Diesel holen. Die vollen Kanister stellen wir auf dem Steg zur Micalvi ab, denn die Gewichte über 3 Schiffe zu hieven, ist viel zu umständlich und schwer. Mit dem Dingi geht das doch besser, auch wenn es seine Tücken hat, die vollen Kanister an Bord zu schaffen. 150l fülle ich gleich in den Tank, der schon bedrohlich auf Reserve zeigt. Die Dieselheizung verbraucht eben mit der Zeit doch einiges, das ist nicht zu unterschätzen!
Unsere Schraubbolzen und Seenotraketen kommen heute mit der Fähre an, nur das Isoliermaterial macht Probleme, da es mit den gewünschten bzw. benötigten Spezifikationen nicht aufzutreiben ist. Brennholz kommt auch keines, obwohl Miguel und Denis immer wieder beim Brennholzlieferanten anmahnen. Wenn uns Denis nicht immer wieder Holzscheite vorbei bringen würde, wären wir wohl schon im Haus erfroren oder könnten zumindest nur noch als Eskimos verkleidet herumlaufen oder schlafen.
Irgendwie wächst mir alles über den Kopf: was noch alles zu tun ist, die Arbeit scheint nicht enden zu wollen, wie lange sich alles hinzieht, nichts scheint so richtig voran zu gehen, alles nervt, die finanziellen Mittel werden knapp, Schlafdefizit und die eigenen Batterien auf Null, wann und wie wir irgendwann weiter kommen? Ich stürze in tiefe Depressionen und beschwöre damit eine Ehekrise herauf, die bei uns sonst eigentlich nie vorkommt.
Dementsprechend vergeht der Samstag in Trübsal, die Tätigkeiten und Arbeiten erfolgen im Fernsteuerungsmodus und ohne eine rechte Erinnerung daran zu hinterlassen. Aber am Sonntag geht’s schon wieder. Ersatzstahlseile und Schraubzwingen werden noch mal entrostet und zeigen endlich einen positiven Effekt. Dafür gestaltet sich das Auffinden der korrekt platzierten Schraublöcher für den Backskistendeckel äußerst schwierig. Aber das werden wir schon schrittweise hinbekommen, wenn es soweit ist. Für die Montage der Heckklampe ist es eh besser, wenn sie nicht im Weg ist.
Mo – So, 16.–22. Apr 2012 (Puerto Williams)
Die neue Woche startet mit keinen guten Neuigkeiten. Denis telefoniert überall in Chile und Argentinien herum, aber Isoliermatten zu bekommen, scheint ein echtes Problem zu sein. Schließlich sollte die Isoliermatte kein Wasser aufsaugen und entweder schwer entflammbar oder zumindest durch eine Alufolie auf einer Seite geschützt sein. Anfragen laufen in Punta Arenas, Santiago und Ushuaia samt weiteres Umfeld, bleiben aber ohne positives Ergebnis. Auch die erhoffte Holzlieferung bleibt aus. Am späten Abend gehe ich deshalb zum Haus von Herrn Munoz, dem Lieferanten, aber er ist nicht da. Ich besuche Miguel’s Hostal Yagan gegenüber und lade noch unser chilenisches Handy auf. Weil man bei guten Freunden nicht einfach schnell wieder verschwindet, bleibe ich noch ein Weilchen und bald darauf hält ein Laster voll Holz vor der Tür. Knapp 300 Tacos hat er geladen und fragt, ob wir die alle nehmen würden? Miguel übersetzt, damit wir das auch richtig verstehen. Aber ja doch! In 10 Minuten ist er bei uns und lädt seine Fracht in den Vorgarten.
Dementsprechend ist die nächsten zwei Tage Holzhacken angesagt, um die Tacos in handliche, ofengerechte Stücke zu kriegen. Ein paar Baumstammscheiben weigern sich hartnäckig, gespalten zu werden und werden erstmal zur Seite gelegt. Etwa 40-50 Tacos sind am Mittwoch Abend noch übrig, aber alle Muskeln wehren sich, weiter zu machen. Derweil haben es unsere Ersatzteile nicht auf die Fähre geschafft, die vermaledeite Zollangelegenheit ist noch nicht vom Tisch. Hoffentlich klappt es nächste Woche! Die anderen Segler fangen schon an zu spotten, wenn sie uns nach dem Fortschritt an „Bomika“ und der Lieferung fragen.
Am Donnerstag ist es mit dem trockenen Wetter vorbei, Wind, Regen und Schnee haben das Sagen und toben um die Häuserecken. Das Deck von Micalvi ist schmierig-rutschig von angefrorenem Schneematsch. Es ist kalt und der Bullerofen in der Küche kommt kaum gegen die Kälte an. Vor dem Ofen ist es heiß, aber bereits in der gegenüber liegenden Ecke der Küche ist es weiterhin frisch, von den anderen Räumen ganz zu schweigen. Matratzen und Bettdecke sind kalt und klamm und die Klobrille genauso wohl temperiert wie auf einem Außenabort im Winter. Auch die Dieselheizung an Bord braucht Stunden, um das Schiff innen einigermaßen warm zu kriegen. Das wirft einige Fragen auf, denn wenn wir im Winter unterwegs sind, müsste die Heizung täglich etliche Stunden laufen – das kostet Diesel und Strom. Doch bei den kurzen Tagen ist Sonnenenergie Mangelware, ausreichend Strom vom Windgenerator in geschützten Buchten zweifelhaft. D.h. wir werden wieder einen Stromgenerator brauchen, oder alternativ einen Holzofen für unsere Bomika. Das verschafft uns weitere Beschäftigung: wo könnten wir so einen Holzofen installieren, wie müsste der Kamin verlaufen, welchen Hitze- und Brandschutz müssten wir installieren, was ist erhältlich, was machbar, was sinnvoll? Was würde das Kosten? All diese Dinge werden uns eine Woche lang beschäftigen, bevor wir einsehen müssen, dass eine Installation auf „Bomika“ eben doch nicht geht.
Am Freitag Schnee, Schnee, und noch mal Schnee – es schneit ununterbrochen. Kein Wetter, um die restlichen Tacos klein zu kriegen, die leider immer mehr durchnässt werden. Auf Bomika wird gemessen und überlegt: wo könnte man einen Ofen installieren, wie den Kamin verlegen? Aus dem immer wieder wackligen Internet werden Infos eingeholt. Samstags hat es sich ausgeschneit, dafür fallen sintflutartige Regenfälle gespickt mit heftigen Sturmböen über uns her. Trotz täglicher Dusche juckt unsere Haut, die ihre Streicheleinheiten von Sonne und luftiger Brise vermisst und das ununterbrochene Tragen mehrerer Bekleidungsschichten nicht gewohnt ist.
Sonntagabends sind wir von Alejandro ins Hostal Akainij zum Abendessen eingeladen. In der Dunkelheit – es gibt ja nicht überall in Puerto Williams Strassenlampen – finden wir trotzdem den richtigen Weg an den oberen Rand der Ortschaft. Das Hostal ist recht nett und schön eingerichtet, die Besitzer Gabi und Jorge begrüßen uns herzlich. Außer exzellentem Essen gibt es dort eine graue Schmusekatze und einen 4-Jahre alten Biber namens Bebe, der im zarten Alter von 6 Monaten aufgenommen wurde und sich gut in die Familie eingegliedert hat. Gabi trägt extra den schläfrigen Bebe samt Decke in den Wohnbereich, damit wir ihn auch zu Gesicht bekommen. ![]()
Anstatt Mobiliar knabbert er an trockenem Brot und Karotten und grummelt dabei vor sich hin. Wir können ihn streicheln und füttern, während Bebe seinen breiten Schwanz nach vorne klappt und als Tisch benutzt, den Körper darüber aufgerichtet. So gehen auch die Semmelbrösel, die beim Knabbern des trockenen Brots anfallen, nicht verloren. Zu schade, dass wir keine Kamera dabei haben, nur ein primitives Handy, dessen Bilder aber sehr unscharf werden bei der Zimmerbeleuchtung und der niedrigen Pixelrate.
Lisa nutzt die Tage, um unsere Patchworkdecke fertig zustellen, die mit 2 mal 2,20m doch recht groß ist. Erst werden die einzelnen Stoffflecken auf ein passendes Maß von 15×15cm zugeschnitten, ringsum eingefasst und dann auf dem Boden ausgebreitet, um ein harmonisches Muster zu bekommen. Danach kann es losgehen mit dem abstecken und nähen. Auch das nimmt viel Zeit in Anspruch, aber es erfordert Kreativität und macht ihr viel Spaß.
Mo – Mo, 23.–30. Apr 2012 (Puerto Williams)
Am Montag endlich die erlösende Nachricht: unsere Ersatzteillieferung ist vom Zoll freigegeben und kann mit der nächsten Fähre nach Puerto Williams kommen! Der Himmel stimmt aber nicht gerade in die Euphorie mit ein und weint, weiterhin Regen, der Boden auf den vielen Schotterstrassen wird gut aufgeweicht. „Berserk“ läuft am Abend wieder ein, die Crew wird allerdings nicht lange bleiben und das Schiff über Winter in Puerto Williams lassen.
Frost und Reif überdecken am nächsten Morgen alles mit einer weißen, schmierigen Fläche, die Decks von Micalvi und den Segelyachten sind glatt wie Schmierseife. Vor allem auch das Übersteigen von Micalvi auf das nächste Schiff wird bei Niedrigwasser und einem Höhenunterschied von 1-1 1/2m richtig gefährlich, auch ohne dass man sich dabei die Beingelenke aus der Hüfte kugelt. Trotzdem schaffen wir es immer wieder, ohne auszurutschen oder gar im eiskalten Wasser zu landen überzusteigen.
Mittwoch und Donnerstag beschert uns Sonnenschein und klare Sicht, aber trotzdem ist es eisig kalt und der Boden gefroren, der erst gegen Mittag zumindest dort, wo die Sonne hinkommt, aufweicht und zu braunem Matsch wird. Abends und nachts ist es schwierig, auf dem unbeleuchteten Teil der Schotterstrasse nach Micalvi zwischen Matsch, Pfützen, Schlaglöchern, Rinnsalen und festem Boden zu unterscheiden. Wir nutzen die klaren Tage für ein paar Fotos der Landschaft, es ist wirklich eine schöne Ecke hier!
Immerhin, die Patchworkdecke von Lisa ist soweit fertig, bleibt nur zu Überlegen, ob noch eine Wolldecke eingenäht werden soll. Auch die Brücke von Micalvi ist fertig renoviert, die Steuereinheit überholt, Wände neu getäfelt, neues Mobiliar und Lampen, Decke und Boden aufgepeppt. Man fühlt sich an die alten Zeiten der „Micalvi“ erinnert, als sie noch im Rhein oder später in Chile in den Kanälen Patagoniens unterwegs war. Als nächstes sind die Strom- und Wasseranschlüsse für die Segler und die Duschen dran für ein Facelifting samt Erweiterung und Erneuerung.
Der Freitag präsentiert sich wieder im üblichen grau in grau, dafür ein paar Grad wärmer, solange kein Wind weht. Unsere Ersatzteile sind endlich angekommen und werden von Denis ans Haus geliefert. Gleich darauf geht es los: Lichtmaschine auswechseln, Anlasser auswechseln. Obwohl explizit erbeten, gesagt und wiederholt, sind natürlich nicht alle Schrauben dabei. Nachdem hier gute Schrauben Mangelware und oft auch schwer über Punta Arenas zu bekommen sind, wollte ich für alle neuen Teile auch alle dazugehörigen Schrauben, Bolzen, Beilagscheiben. Man weiß ja nie, welche nach einem 5-tägigen Seewasserbad nicht so verrostet sind, dass sie zersägt werden müssen, oder beim aufschrauben über Bord hüpfen oder unauffindbar in einer tiefen Bilge verschwinden – auch wenn letzteres zumindest bei unserer Bavaria nicht passieren kann. Danach springt unser Maschinchen auch sofort an und schnurrt wie ein Kätzchen, nur nach einer Weile fängt die Wasserpumpe zum Quietschen an. Kein Seewasseraustritt aus dem Auspuff! Das Seewasserventil ist offen, der Filter vorsichtshalber mit Wasser gefüllt. Also wird die Wasserpumpe demontiert, aber der Impeller ist okay. Hilft leider alles nichts, trotz reinigen von Schmutz und Rost. Also noch mal das ganze und den Impeller komplett wechseln, brav mit Gleitcreme auf Glyzerinbasis einschmieren, hilft aber immer noch nix! Ob evtl. der Wassereinlauf zugesetzt oder durch Kelp abgedichtet ist? Eventuell löst sich das ja durch die Gezeiten?
Die Heckklampe bietet eine weitere Enttäuschung: die Ersatzbolzen sind nur 10mm statt 12mm, dementsprechend der Bolzenkopf nur M17 statt M19 und dreht in der Fixierung durch. Die Gegenplatte hat dafür einen Lochabstand von nur 95mm anstatt 100mm. Also muss doch die alte, verbogene herhalten und die Schraubbolzen, die ich mir in Punta Arenas extra hab machen lassen, um damit ggf. das Ruderblatt an der Achse zusammenschrauben zu können, um ein weiteres Aufbrechen zu verhindern. Zum Montieren ist es heute eh schon zu spät und zu dunkel.
Der Samstag vergeht mit weiteren Versuchen und Tests mit der Wasserpumpe. Sie dreht sich, fördert aber nicht. Trotz Wasserauffüllen im Filter ist entweder zuviel Luft in den Leitungen, obwohl das in der Vergangenheit auch nie ein Problem war, z.B. nach dem Kranen, oder der Einlass im Saildrive ist wirklich komplett zugestopft. Während etlicher Überlegungen zur möglichen Beseitigung dieses Missstandes wird die Heckklampe eingepasst und dann mit viel Silikon anmontiert. Natürlich habe ich vergessen, mir vorher die Hände gut einzucremen oder Schutzhandschuhe überzustreifen, das Ergebnis (schwarze Finger und Hände) wird mich wohl ein paar Tage daran erinnern.
Obwohl wir beim Aufstehen immer das Gefühl haben, es ist gerade 0800 oder 0900 Uhr, wird es immer später und tatsächlich zeigt die Ticke-Tacke an der Wand unsere Schand’: was, schon 1100 Uhr? Mit Einheizen, Kaffee kochen, Frühstücken ist dann schnell Mittag. Nur gut, dass letzte Nacht in Chile die Uhren zurückgestellt wurden auf Winterzeit, so sind wir ja doch schon eine Stunde eher auf als gedacht. So bleibt noch genug Zeit, an Bord das Relingsnetz abzuknoten, die Relingsdrähte zu entfernen, Schrauben zu lösen und zu versuchen, die verbogenen Stützen aus den Halterungen zu ziehen. Doch selbst mit Hilfe der Großschot und der Winsch wird das nix, es sitzt hoffnungslos fest. Zur Frustminimierung wird weiterhin diverses Werkzeug entrostet, bis es anfängt dunkel zu werden.
In der Nacht stürmt und regnet es heftig, der Schlaf meidet uns dafür. Das hat den Vorteil, dass wir alle paar Stunden Holz in den Ofen nachlegen können und die Bude warm bleibt, andererseits wird unser Vorhaben, früh aufzustehen, trotz Wecker vereitelt. Immerhin scheint mein dürftiges Spanisch doch nicht ganz so schlecht zu sein, denn der Holzhändler versteht genau, was ich will: zwei Rundhölzer mit jeweils 5m Länge (um diese senkrecht an die Pier zu stellen, damit sich Bomika daran anlehnen kann, ohne mit dem Deck unter die Pier zu rutschen, da die Pfeiler etwa 70cm zurückgesetzt sind) und weitere kurze Rundhölzer (zum unterlegen unter den Kiel und zum Ausgleichen des abfallenden Untergrunds), samt Anlieferung zum Pier am Freitag oder Samstag. Danach besuche ich noch den Comandante der Navy, um meinen Bericht zur Situation und des Reparaturplanes abzugeben und ein paar Details zu besprechen. Jorge ist wirklich nett, hilfsbereit und verständnisvoll! Danach geht es weiter zur Bomika, das gestern nochmals entrostete Werkzeug wird gesäubert und geputzt. Die alten Relingstützen weigern sich nach wie vor, aus den Halterungen zu kommen. Da hilft nur. Dem mit entsprechender Hartnäckigkeit zu begegnen und es jeden Tag von neuem zu versuchen.














































































































































































































